Ich habe die letzten Wochen genutzt, um meine Batterien für die kommenden Monate aufzuladen. Nun geht die Arbeit im Europäischen Parlament wieder los.

Ich möchte euch einige politische Projekte vorstellen, die in den nächsten Monaten anstehen:

👉 Die Richtlinie für faire europäische Mindestlöhne steht kurz vor der Zielgerade. Mitte September werden wir im Plenum über den finalen Vorschlag abstimmen. Der Rat hat bereits zugestimmt und wir nähern uns unserem Ziel, Armut trotz Arbeit zu stoppen.

👉 Mitbestimmung in Europa stärken: Mein Bericht für mehr Demokratie am Arbeitsplatz wurde bereits im letzten Dezember vom Europäischen Parlament verabschiedet. Wir werden weiter Druck auf die Kommission machen, damit sie einen Gesetzgebungsvorschlag vorlegt. Parallel arbeiten wir an der Revision der Richtlinie für Europäische Betriebsräte. Gerade in Krisenzeiten, in denen Europa im Wandel ist, brauchen Arbeitnehmer*innen eine starke Stimme.

👉 Die Verhandlungen über gute Arbeitsbedingungen für Plattformarbeit*innen laufen weiter. Die Kommission hat Ende letzten Jahres einen Vorschlag vorgelegt, der aus unserer Sicht nicht ausreicht, um die Situation der Beschäftigten bei Uber und co. zu verbessern.

👉 Es steht weiter die Frage im Raum, was mit den Vorschlägen der Bürger*innen aus der Konferenz zur Zukunft Europas passiert. Wir Europaabgeordneten haben uns auf konkrete Änderungsvorschläge für die EU-Verträge geeinigt, um die Reformvorschläge umzusetzen. Jetzt müssen die Mitgliedstaaten nachziehen – Olaf Scholz hat am Montag in Prag schon für Vertragsänderungen geworben.

👉 Auch über die Reform des EU-Wahlrechts wird weiter verhandelt. Wir wollen, dass die Europawahlen europäischer werden. Mit einer Zweitstimme sollen die EU-Bürger*innen zukünftig Abgeordnete über transnationale Wahllisten wählen können.

Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Hintergrund: Lange Unterauftragsketten und missbräuchliche Praktiken der Arbeitsvermittlung erschweren es den Behörden, betrügerische oder kriminelle Akteure am Arbeitsplatz zu ermitteln. Der Bericht des EU-Parlaments, der nun angenommen wurde, betont deshalb, wie wichtig eine effiziente Durchsetzung im Rahmen einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Arbeitsbehörde, Europol, den nationalen Behörden und den Sozialpartnern ist. In Bezug auf Sanktionen wird die Kommission in dem Bericht aufgefordert, für einen wirksameren Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sowie für die gegenseitige Anerkennung strafrechtlicher Sanktionen zu sorgen.

In folgendem Artikel (auf Englisch) betonen S&D-Abgeordnete aus acht EU-Ländern die Bedeutung eines EU-rechtlichen Handelns, um Subunternehmerketten zu beschränken.

Mehr lesen:

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“