Das Europäische Parlament hat heute einen Initiativbericht angenommen, der die EU-Kommission auffordert, Mindeststandards zu formulieren, um psychosoziale Risiken, Stress und psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. Mit dem Bericht fordert das Europäische Parlament die EU-Kommission auf, im Quality Jobs Act Regelungen zur Prävention und Bekämpfung von psychischen Erkrankungen vorzulegen.
Jeder dritte Beschäftigte in Europa berichtet von hoher Arbeitsbelastung wie beispielsweise Termindruck. Weltweit leiden mehr als 840.000 Menschen an Gesundheitsproblemen, die mit psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz zusammenhängen, wie aus einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO hervorgeht. Arbeitsbedingter Stress schädigt die Gesundheit von Millionen von Beschäftigten und verursacht den Unternehmen Kosten in Milliardenhöhe.
Gaby Bischoff, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der S&D für das soziale Europa und sozialpolitische Sprecherin der Europa-SPD:
„Als S&D-Fraktion fordern wir seit langem EU-Rechtsvorschriften zur Prävention psychosozialer Risiken und von Stress am Arbeitsplatz. Stress, Burnout und andere psychosoziale Risiken müssen genauso systematisch verhindert werden wie andere Gefahren am Arbeitsplatz. Deshalb fordern wir von der Kommission, verbindliche europäische Mindeststandards festzulegen, um Arbeitnehmer*innen vor den Risiken dieser neuen Arbeitswelt zu schützen. Dazu gehören unter anderem klare Regeln zur Prävention und ein Recht auf Nichterreichbarkeit.
Digitalisierung, KI, algorithmisches Management und ständige Erreichbarkeit erhöhen den Druck auf Arbeitnehmer*innen. Gesetzgebung, die die psychische Gesundheit von Beschäftigten stärkt, ist auch ein Booster für die Produktivität in Unternehmen und sorgt für mehr Resilienz in den Familien. Leider haben Konservative und Rechtsaußenparteien den Bericht gemeinsam im Plenum an zentralen Stellen verwässert. Der Bericht ist dennoch ein wichtiges Signal für den kommenden Quality Jobs Act: Das Parlament formuliert hier konkrete Erwartungen an die Kommission, psychosoziale Risiken und Gesundheitsschutz in ihrem Vorschlag zum Quality Jobs Act entsprechend zu berücksichtigen.
Psychische Gesundheit ist Arbeitsschutz und muss von der EU endlich entsprechend gefördert werden.“


