Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

11.02.2026 | PM, Pressemitteilung, Sozialpolitik

Über 93 Millionen Europäer*innen waren 2024 von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht – darunter fast 20 Millionen Kinder. Die sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament fordert daher eine ambitionierte und wirksame EU-Strategie zur Armutsbekämpfung, die strukturelle Ursachen adressiert und messbare Verbesserungen bringt.

Mit der Abstimmung am Donnerstag, den 12. Februar 2026, legt das Europäische Parlament nun seine politischen Prioritäten für diese Strategie fest. Der vorliegende Initiativbericht zeigt, wie Armut in Europa wirksam bekämpft werden kann: Durch gute Arbeit, starke soziale Sicherungssysteme, gezielte Investitionen und klare soziale Rechte. Er setzt damit einen zentralen politischen Rahmen für die kommende Strategie der Kommission.

Gaby Bischoff, stellvertretende Vorsitzende der S&D-Fraktion:

„Armut ist längst kein Randphänomen mehr. Sie betrifft Millionen arbeitender Menschen und besonders viele Kinder. Wer Armut wirksam bekämpfen will, muss an die Ursachen gehen: an unsichere Arbeit, niedrige Löhne, fehlenden sozialen Schutz und ungleiche Chancen.“

„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“

„Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Kommission 2026 erstmals eine EU-Strategie zur Armutsbekämpfung vorlegen wird. Wir erwarten aber auch, dass die Strategie dem Ziel der Kommissionspräsidentin gerecht wird, Armut bis 2050 in Europa zu beenden. Der vorliegende Parlamentsbericht greift viele unserer zentralen Forderungen für die Strategie auf. Wird er so angenommen geben wir der Kommission ambitionierte Leitlinien mit, um Armut in Europa wirksam zu bekämpfen.“

„Ambitionierte Ziele zu Armutsbekämpfung ohne klare Strategie führt zu mehr Armut, statt weniger. Das wissen wir seit der Lissabon-Strategie. Jetzt nun Butter bei die Fische.“ 

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