Transparente Löhne: Endlich freie Fahrt für gerechte Bezahlung

30.03.2023 | Plenum, Sozialpolitik

Wir werden nicht ruhen, bis wir unser Ziel erreichen: gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern. Allerdings bleibt die Umsetzung dieses Prinzips in der EU eine Herausforderung. Das durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohngefälle liegt in der EU immer noch bei 18 Prozent. Ein Grund dafür ist die mangelnde Transparenz bei den Gehältern. Viele Frauen wissen überhaupt nicht, dass ihre männlichen Kollegen mehr Geld für die gleiche Arbeit erhalten.

Heute haben wir im Plenum des EU-Parlaments final über eine Richtlinie abgestimmt, die das geschlechtsspezifische Lohngefälle angleichen soll. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeiter*innen müssen zukünftig regelmäßig über die Gehälter berichten und Auskunft geben. Hier findet ihr den Text, über den wir heute abgestimmt haben.

Es freut mich sehr, dass wir die Richtlinie heute im EU-Parlament auf den Weg gebracht haben. Hier könnt ihr sehen, wie die verschiedenen Fraktionen abgestimmt haben. Jetzt müssen die Mitgliedstaaten die Richtlinie binnen drei Jahren umsetzen.

Damit geben wir Frauen ein weiteres Instrument an die Hand, um rechtlich gegen Diskriminierung vorzugehen. Indem wir den Schleier über Löhne und Gehälter lüften, machen wir Ungleichbehandlung sichtbar und angreifbar. Wir stärken Klägerinnen den Rücken und befähigen sie, ihre Rechte einzufordern. Mehr Informationen findet ihr in der Pressemitteilung von meiner Kollegin Maria Noichl und mir.  

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„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“