Es wird Zeit: Wir brauchen ein Initiativrecht für das Europäische Parlament.

Warum?  Die EU-Kommission hat als einzige europäische Institution das Initiativrecht, das Recht, politische Initiativen vorzuschlagen. Das Europäische Parlament fordert dieses Recht als einzige direkt gewählte Institution der EU schon seit Jahren ein. Zurzeit hat das Parlament nur ein indirektes Initiativrecht und die Kommission entscheidet schlussendlich, ob ein politisches Vorhaben auf die Agenda kommt. Der Rat, der gemeinsam mit dem Parlament als Gesetzgeber in der EU wirkt, besitzt ebenfalls dieses indirekte Initiativrecht. In den letzten Jahren hat die Kommission viel häufiger auf Vorschläge aus dem Rat reagiert – zum Nachteil der Anstöße aus dem Parlament.

Es gibt also ein Ungleichgewicht im sogenannten „legislativen Dreieck“ der EU. Dabei muss das Parlament gerade in Zeiten einer Krise schnell reagieren können. Der AFCO-Ausschuss hat deshalb eine Studie zum Initiativrecht des Parlaments in Auftrag gegeben, die wir heute diskutieren werden.

Die Studie findet ihr hier: https://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2014_2019/plmrep/COMMITTEES/AFCO/DV/2020/12-02/IPOL_STU2020655134_Point5_RightInitiative_EN.pdf  

Mehr Informationen gibt es hier: https://www.theparliamentmagazine.eu/news/article/time-to-give-parliament-the-right-of-initiative

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„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

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„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“