Die Europäische Arbeitsbehörde hat diese Woche eine europaweite Aktion für faire Arbeitsbedingungen in der Saisonarbeit ins Leben gerufen. In vielen EU-Staaten beteiligen sich Organisationen, die Saisonarbeiter*innen über ihre Rechte aufklären an der Aktion. In Deutschland ist unter anderem für Projekt „Faire Mobilität“ Berater*innen und Gewerkschafter*innen auf den Feldern unterwegs. Leider sind dort nicht nur sozialversicherungsfreie Arbeit und Mindestlohnverstöße an der Tagesordnung, sondern auch die Einschüchterung der Saisonarbeitskräfte. Ihnen wird verboten, mit Externen über ihre Arbeitsbedingungen zu sprechen.

Anfang April habe ich eine Diskussionrunde zu den Arbeitsbedingungen für Saisonarbeiter*innen in Brandenburg veranstaltet. Wenn ihr einen Eindruck von der Problemlage und unseren Lösungsvorschlägen erhalten möchtet, empfehle ich euch den Veranstaltungsbericht zu lesen.

Hoffentlich wird die Union nicht an der zukünftigen Regierung beteiligt sein, so dass wir aus dem Landwirtschaftsministerium endlich Maßnahmen für eine faire Saisonarbeit erwarten können. Ihr könnt euch sicher sein, dass ich auf europäischer Ebene weiterhin Druck machen werde, um Sozialdumping in der EU zu stoppen und gute Arbeitsbedingungen für mobile Arbeitnehmer*innen durchzusetzen.

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„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

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„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

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„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“