Die Konferenz zur Zukunft Europas bietet den richtigen Rahmen für die dringenden Reformprozesse

Die Corona-Krise hat die Schwächen der Europäischen Union hervorgehoben und einmal mehr gezeigt, dass wir – 10 Jahre nach Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon und 70 Jahre nach der Schuman-Erklärung – die EU neu denken müssen. Nachhaltiger, krisenfester, geeinter und näher an den Europäerinnen und Europäern. Die Konferenz zur Zukunft Europas bietet den richtigen Rahmen für diesen dringenden Reformprozess – ist sie doch ein Forum, in dem europäische Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen und wichtige Impulse geben können. Zivilgesellschaftliches Engagement ist für eine Neuausrichtung im Sinne aller EU-Bürger unerlässlich. Umso mehr ärgert mich die Blockadehaltung des Rats. Bis heute ist es den Mitgliedsstaaten nicht gelungen sich auf eine gemeinsame Position zur Durchführung der Konferenz zu einigen. Sechs Monate ohne Ergebnis – sechs wichtige Monate, die wir für die Planung der Konferenz benötigt hätten.

Meine Rede im Parlament zur Resolution über die Zukunftskonferenz, 17.06.2020

Der Rat muss endlich eine einheitliche Position finden

Die Position des Parlaments ist klar: Wir haben kein Verständnis für die Verzögerungstaktiken und ideologischen Schutzgräben im Rat und fordern den Start der Konferenz im Herbst dieses Jahrs.

Deshalb appellieren wir mit der Resolution (2020/2657(RSP)) erneut an Rat und Kommission, Verhandlungen über die Konferenz zur Zukunft Europas zu führen – vor der Sommerpause muss Einvernehmen über die Einrichtung der Konferenz bestehen. Die deutsche Ratspräsidentschaft hat die Aufgabe, endlich eine einheitliche Position zu erreichen und der Konferenz endlich den Stellenwert einzuräumen, die sie verdient. Wenn dieser erste Schritt nicht gelingt, dann schaffen wir es nicht, Europa zu stabilisieren.

Mehr lesen:

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“