Im 19. Jahrhundert noch wurden jegliche „Andersheiten“ als Defekt oder Störung gedeutet und Menschen mit Handicap waren Opfer von menschenunwürdigen Behandlungen und sozialer Ausgrenzung. Im Zuge des ersten Weltkriegs und der damit einhergehenden Vielzahl an Verletzten, suchte man nach Wegen, diese wieder in die Gesellschaft zu inkludieren.

Am 06. April 1920 wurde das Gesetz zur Beschäftigung Schwerbeschädigter verabschiedet. Dieses Gesetz war ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn es verpflichtete Arbeitgeber Schwerbeschädigte einzustellen und enthielt darüber hinaus einen besonderen Kündigungsschutz.

Heute, 100 Jahre später, haben wir schon viel erreicht. Im März 2009 ratifizierte Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK). Kernelement der Konvention ist die Verpflichtung der Staaten, die bestehenden Menschenrechte auch für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten.

Im Jahr 2011 trat die UN-BRK auch für die Europäische Union in Kraft. Die EU unterstützt im Rahmen der „Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderung“ die Mitgliedsstaaten bei der Umsetzung von Barrierefreiheit, Inklusion und der Stärkung dieser Rechte. Mit jährlichen Aktionen wie der „Konferenz zum Europäischen Tag der Menschen mit Behinderung“ oder dem „Access City Award“, mit dem Städte, die besonders barrierefrei sind, ausgezeichnet werden, möchte die EU-Kommission die Öffentlichkeit weiter sensibilisieren.

Dieses Jahr läuft die Europäische Behindertenstrategie aus. Aus diesem Grund haben wir im Beschäftigungsausschuss den Entwurf einer Resolution zur EU-Strategie für Behinderte angenommen, um der Kommission eine starke Botschaft zu senden, dass wir eine neue Strategie brauchen mit ambitionierten Zielen und Vorhaben für eine bessere Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt und zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen!

Leider haben weiterhin viele Menschen mit Handicap Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und es ist noch ein weiter Weg bis zu einer wirklich behindertengerechten Gesellschaft. Gerade für Jugendliche mit Handicap muss es mehr Ausbildungsangebote geben und Unternehmen sollten stärker in die Pflicht genommen werden Inklusion mitzugestalten.


Falls ihr noch mehr lesen wollt, empfehle ich folgende Links:

https://www.dgb.de/themen/++co++7d115cde-728c-11ea-abfd-52540088cada

https://www.bpb.de/apuz/32707/die-geschichte-der-behindertenpolitik-in-der-bundesrepublik-aus-sicht-der-disability-history?p=all

Mehr lesen:

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„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

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„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“