Ich bin mit der Bahn unterwegs nach Straßburg, wo diese Woche die Plenarsitzung des EU-Parlaments stattfindet. Vor uns liegen vollgepackte Tage, denn es stehen viele wichtige Themen auf der Agenda. Hier stelle ich euch drei Tagesordnungspunkte vor, die mir besonders wichtig sind. 

Änderung der Geschäftsordnung: mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht

Bürger*innen erwarten Transparenz und Rechenschaftsplicht von ihren gewählten Abgeordneten. Dafür braucht es neue Regeln und Kontrollmechanismen.

Keine leichte Aufgabe, denn nicht alle Fraktionen im EU-Parlament haben ein gleich hohes Interesse an Transparenz. Deshalb bin ich sehr zufrieden, dass ich als Berichterstatterin gemeinsam mit meinen Kolleg*innen im Verfassungsausschuss einen Bericht erarbeitet habe, der viele wichtige Änderungsvorschläge für die Geschäftsordnung enthält.

Mehr Informationen dazu findet ihr in dieser Pressemitteilung.


Lage der Europäischen Union: Debatte mit Ursula von der Leyen

Neun Monate vor der Europawahl wird die Kommissionspräsidentin die Prioritäten der Europäischen Kommission bis zum Ende der Amtszeit vorstellen.

Es wird erwartet, dass sie sich u.a. auf die fortgesetzte Unterstützung der EU für die Ukraine im Kampf gegen die russische Aggression, auf die Energiesicherheit und die Unabhängigkeit der EU, auf den grünen und den digitalen Wandel in der EU und auf den Schutz der Grundwerte konzentrieren wird.

Wir Europaabgeordneten werden dazu kritisch Stellung nehmen und unsere Forderungen an die Kommisson erläutern.

Abstimmung über Position des EP zur Verbesserung der Luftqualität in der EU

Luftverschmutzung ist nach wie vor die häufigste umweltbedingte Ursache für frühzeitige Todesfälle in der EU mit rund 300.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr.

Am Mittwoch stimmen wir über neue Regeln ab, die die Luftqualität verbessern sollen. Wir wollen strengere Grenz- und Zielwerte für mehrere Schadstoffe bis 2030 festlegen, um sicherzustellen, dass die Luftqualität in der EU für die menschliche Gesundheit, die natürlichen Ökosysteme und die biologische Vielfalt nicht schädlich ist.

Alle Debatten und Abstimmungen im Plenum werden live übertragen. Auf dieser Internetseite findet ihr den Livestream, die Tagesordnung, alle Dokumente und Abstimmungsergebnisse. 

Hintergrund: Lange Unterauftragsketten und missbräuchliche Praktiken der Arbeitsvermittlung erschweren es den Behörden, betrügerische oder kriminelle Akteure am Arbeitsplatz zu ermitteln. Der Bericht des EU-Parlaments, der nun angenommen wurde, betont deshalb, wie wichtig eine effiziente Durchsetzung im Rahmen einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Arbeitsbehörde, Europol, den nationalen Behörden und den Sozialpartnern ist. In Bezug auf Sanktionen wird die Kommission in dem Bericht aufgefordert, für einen wirksameren Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten sowie für die gegenseitige Anerkennung strafrechtlicher Sanktionen zu sorgen.

In folgendem Artikel (auf Englisch) betonen S&D-Abgeordnete aus acht EU-Ländern die Bedeutung eines EU-rechtlichen Handelns, um Subunternehmerketten zu beschränken.

Mehr lesen:

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Sozialdumping wirksam bekämpfen“

„Gerade in Berlin würden verbindliche Regelungen vielen Beschäftigten ganz konkret helfen. Allein für Berliner Lieferdienste sind tausende bei Subunternehmern angestellte Lieferbot*innen unter prekären Arbeitsbedingungen unterwegs. Ob Schwarzarbeit, Lohnbetrug, oder 12-Stunden-Schichten – es wird Zeit, dass wir diesem System ein Ende setzen.“

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

Europäische Sozialdemokraten fordern ambitionierte EU-Strategie gegen Armut: Jetzt nun Butter bei die Fische

„In Berlin war 2022 jede vierte minderjährige Person armutsgefährdet oder lebte in einer Bedarfsgemeinschaft – ein Wert, der dem europäischen Durchschnitt entspricht. Das zeigt, wie dringend wir eine gemeinsame europäische Antwort brauchen. Dazu gehören gezielte soziale Investitionen, insbesondere zur Bekämpfung von Kinderarmut, einschließlich eines zweckgebundenen Budgets von mindestens 20 Mrd. EUR für die Europäische Kindergarantie.“